Rettung aus Seenot

Sechs Insassen eines Mietboots nach Kenterung gerettet

Berlin, 30. Juli 2018

Die Besatzung eines Rettungsboots des Arbeiter-Samariter-Bundes, dass sich am vergangenen Samstagabend gerade auf dem Weg zur Wasserrettungsstation Rahnsdorf befand, musste unterwegs einen jungen Mann retten. Dieser schaffte es nach dem Baden nicht mehr aus eigener Kraft zurück in sein Boot zu klettern. Dem erschöpften Mann wurde ins Rettungsboot geholfen und er konnte dann nach einer kurzen Untersuchung und Betreuung an seine Freunde auf dem Boot übergeben werden. Die ASB-Wasserretter gaben den bereits leicht alkoholisierten Bootsfahrern noch den guten Rat mit auf den Weg, den Müggelsee jetzt lieber zügig zu verlassen, da mittlerweile eine Unwetterfront aufgezogen war. Auf dem Müggelsee, dem größten See Berlins, sind Wellen von einem Meter Höhe dann keine Seltenheit und für viele Hobby-Bootsführer dennoch eine unterschätzte Gefahr. 

Die Besatzung entschloss sich deswegen, die Wasserfläche genauer zu kontrollieren und entdeckte zwischen den Wellen ein kleines Boot, welches etwa einen Kilometer entfernt kieloben trieb. Bei Eintreffen der Rettungskräfte hielten sich die sechs Insassen, darunter auch zwei Kinder und eine Nichtschwimmerin, noch am Bootskörper fest. Sie waren aufgrund der hohen Wellen schon sehr erschöpft. Leider trug niemand eine Rettungsweste. Sie wurden kurz zuvor von dem Unwetter überrascht und kenterten, nachdem mehrere Wellen ins Boot geschlagen waren. Die Besatzung rettete alle sechs Insassen und forderte zur Bergung des Bootes weitere Unterstützung an. Die nachgeforderten Kräfte bargen das Boot und pumpten es aus, bevor es zurück zum Bootsverleih geschleppt wurde. Die Geretteten wurden zur Wasserrettungsstation Rahnsdorf gebracht, wo sie von unserer Ärztin gründlich untersucht wurden und sie von der Stationsbesatzung trockene Bekleidung bekamen. Ein Mädchen musste zur weiteren Untersuchung mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht werden. Die restlichen Insassen wurden zurück zum Bootsverleih gebracht. Da die Wasserretter auch die bei der Kenterung verlorenen Rucksäcke finden konnten, waren auch die Autoschlüssel, Brieftaschen und Handys wieder da.

Diese Situation auf dem Müggelsee zeigt, wie wichtig es ist, sicher schwimmen zu können und sich im Notfall richtig zu verhalten. Da die Insassen korrekterweise am Boot geblieben waren, konnten sie schnell und ohne weitere Suche gerettet werden. Rettungswesten hätten die Lage für die Insassen jedoch noch zusätzlich erleichtern können. Daher sollten stets ausreichend Rettungswesten mitgeführt und auch von Schwimmern bei unruhiger See und bei Dunkelheit unbedingt angelegt werden. Kinder und Nichtschwimmer sollten die Rettungswesten auf dem Boot nach Möglichkeit immer tragen.

Der ASB Berlin bietet Schwimm- und Rettungsschwimmerausbildungen sowie Erste-Hilfe-Kurse an. Der Wasserrettungsdienst besetzt von April bis Oktober mit ehrenamtlichen Einsatzkräften an Wochenenden und Feiertagen zahlreiche Rettungsstationen an den Berliner Gewässern. Sie können diese Arbeit durch eine Spende oder aktive Mitarbeit unterstützen.

Text: ASB/Philipp Oberdoerster

ASB-Rettungsboot auf der Müggelspree. Foto: ASB/Hannibal