05 May

Berliner Hilfsorganisationen fordern finanzielle Unterstützung wegen drohender Einbußen in Millionenhöhe

Die Berliner Hilfsorganisationen sind im Notfall immer zur Stelle. Doch jetzt in der Corona-Krise geraten sie selbst in Not, da ihnen wichtige Einsätze und damit Einnahmen wegbrechen. Das kann Auswirkungen auf andere Projekte haben, die bisher aus Eigenmitteln finanziert wurden. Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Malteser Hilfsdienst (Malteser), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Berlin werden daher das Gespräch mit den Politikern suchen und eine zusätzliche finanzielle Unterstützung durch das Land Berlin fordern.

Die fünf Hilfsorganisationen sind starke Säulen der Daseinsvorsorge in Berlin. Mit ihren Einsatzzügen für die Bereiche Sanitätsdienst, Betreuungsdienst und Wasserrettung sorgen sie für die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner. Finanziert werden diese Einheiten und Einrichtungen auch mit Einnahmen aus anderen Bereichen, wie z. B. Sanitätsdiensten bei Großveranstaltungen oder Erste-Hilfe- und Schwimmkursen.

Aktuell sind die Hilfsorganisationen auch bei der Bewältigung der Corona-Krise aktiv und übernehmen Verantwortung, z. B. durch ehrenamtliche Rettungswagen im Regelrettungsdienst, Nachbarschaftshilfen, Einkaufs-hilfen für Risikogruppen, erweiterte telefonische Besuchsdienste, Ausgabe von Schutzmasken und Bereithaltung im Katastrophenschutz. Hier schlagen aber die überteuerten Preise für Hygienematerialien und Schutzausrüstungen  extrem zu Buche – deshalb brauchen die Hilfsorganisationen eine Lösung für die Corona-bedingte Kostensteigerung in den ehrenamtlichen Bereichen. Gleichzeitig brechen aber Einnahmen weg: Sanitätsdienste fallen wegen abgesagter Groß-Events aus, Erste-Hilfe-Lehrgänge und Schwimmkurse dürfen nicht stattfinden – die Kosten für die Einsatzfahrzeuge, Materialien und Unterkünfte aber bleiben.  

Die finanziellen Ausfälle und zusätzlichen Ausgaben stellen eine große Belastung für die Berli¬¬ner Hilfsorganisationen dar. Das größte Loch reißen die ausfallenden Sanitätsdienste. Die Berliner Hilfsorganisationen rechnen allein in diesem Bereich mit mehr als einer Million Euro ausfallender Einnahmen. Daher fordern die Berliner Hilfsorganisationen in der momentan schwierigen Situation eine zusätzliche finanzielle Unterstützung durch das Land Berlin und begrüßen einen „Härtefallfonds“ zur Unterstützung der Hilfsorganisationen, wie er in Niedersachsen diskutiert wird.

Bei den Berliner Hilfsorganisationen sind insgesamt rund 7.700 Berlinerinnen und Berliner ehrenamtlich tätig. Nicht nur in besonderen Zeiten wie diesen sind die Ehrenamtlichen eine besondere Stütze der Gesellschaft. Neue ehrenamtliche Helfer sind jederzeit willkommen!

 

Bild: ASB/ Hannibal