03 Jun

Freiwilligendienste digital

Auch der ASB Berlin als Träger von Freiwilligendiensten muss sich aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf sich immer wieder ändernde Bedingungen einstellen. So gab und gibt es nur wenige Freiwillige, die ihren Freiwilligendienst unbeeinträchtigt fortsetzen konnten. Während Freiwillige im Krankenhaus weiterhin ihren Dienst bestreiten, kehren Freiwilligendienstleistende in Kitas - mit deren zunehmender Öffnung - schrittweise wieder in ihre Einsatzstellen zurück. Andere, wie die Freiwilligen des ASB Regionalverbandes Berlin-Nordwest übernehmen außerdem neue Aufgaben und engagieren sich in der ASB Nachbarschaftshilfe asbhilft.berlin.

Die üblichen Einsatzstellengespräche zwischen dem ASB Landesverband, der Einsatzstelle und den Freiwilligen, die in der Regel einmal jährlich stattfinden, um die Zusammenarbeit zu reflektieren und sich gegenseitig Feedback zu geben, können in Zeiten von Kontaktbeschränkungen auch nicht mehr ohne Weiteres durchgeführt werden. Stattdessen werden diese nun teilweise per Videokonferenz abgehalten und auch die Bildungsseminare wurden bis auf Weiteres auf kontaktlose und digitale Veranstaltungsformate umgestellt.

So etwa der Workshop „Keramik bemalen“, welcher als „Homepainting“ umorganisiert wurde. Jede*r Teilnehmer*in holte sich hierfür eine Kreativtüte to-go mit gewünschter Keramik und Farben im Landesverband ab und wurde zu Hause kreativ. Fotos von sich in Aktion und den abschließenden Ergebnissen nach dem Brennen der Keramik sollen einen Austausch der Ergebnisse untereinander ermöglichen.
Auch die Umweltwoche, die vom 11.05. bis 15.05.2020 stattfand erhielt ein neues didaktisch-methodisches Gewand: Die Freiwilligen kamen nun in zwei kleineren Gruppen digital zusammen, um sich mit Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes auseinanderzusetzen. Dazu wurde ein Methodenmix aus Arbeitsaufträgen, Vorträgen, Klein- und Großgruppendiskussion gewählt. Sowohl die Seminarleitung als auch die Teilnehmer*innen sammelten viele neue Erfahrungen. So schreibt ein Teilnehmer: „Ich habe die Woche als gelungen empfunden. Mir hat die Lösung Spaß gemacht. Die Idee, die Gruppe von vorneherein zu teilen, war auch sehr gut. So hat man den Überblick einfacher behalten und viel produktiver diskutieren können.“

Thematischer Einstieg war das Thema „Postwachstumsökonomie“, welches verschiedene umweltbezogene Fragen bündelt und die Frage nach den Akteur*innen stellt. Anhand von Diskussionsfragen setzten sich die Teilnehmenden erst alleine, dann in Zweierteams und schließlich in der Gesamtgruppe mit einem Film zum Thema auseinander. Klimaschutz und Müllvermeidung/Upcycling waren weitere Themenschwerpunkte der Woche, die durch interessante Beiträge der Pressesprecherin von Fridays for Future Berlin, Pia Haase, und Agnes Duda vom Verein Kunststoffe-Berlin e.V. sowie in lebhaften Diskussionen der Teilnehmenden vertieft wurden. Zum Abschluss der Woche wurden die Freiwilligen selbst aktiv und stellten aus ausgedienten Materialien bei sich zu Hause etwas Neues her. Dabei entstanden kreative Ergebnisse wie Haargummis aus Sockenbündchen, Pflanztöpfe und Geschenkverpackungen aus Verpackungsmaterial, Insektenhotels, Feuerschalen aus alten Waschmaschinen oder Einkaufsbeutel aus alten T-Shirts. Die Freiwilligen schätzten das digitale Ersatzangebot sehr, um unter den gegebenen Umständen zumindest über Distanz in den Austausch zu gehen und sind mit einer Menge Inspirationen zur Umsetzung eines nachhaltigen Lebensstils aus der Seminarwoche gegangen.

Auch die Medienwoche wurde in einer digitalen Onlinevariante angeboten. Die Freiwilligen kamen auch hier über eine Videokonferenz-Software zusammen und erhielten in den ersten beiden Tagen viel Input zum Videodreh, wie z.B. Einstellungsgrößen und Eigenschaften verschiedener Filmgenres. Außerdem entwickelten sie Ideen für Ihr eigenes Filmprojekt und erprobten sich an einer kostenlosen Videoschnittsoftware. Am Mittwoch starteten die Freiwilligen dann mit ihrem Mobiltelefon zu ihrem Videodreh. Das Material wurde am Donnerstag von den Freiwilligen selbst geschnitten und dann am Freitag präsentiert. Obwohl wir in diesem Jahr kein professionelles Filmequipment ausgeliehen hatten, entstanden fünf überraschend tolle Filmbeiträge und die Freiwilligen nahmen viel Inspiration und Wissen über die Erstellung eines Kurzfilms mit.
Antworten auf Fragen zu möglichen Änderungen für unsere aktuellen Freiwilligen sowie für den kommenden Freiwilligenjahrgang, der im Herbst 2020 starten wird, haben wir hier zusammengetragen.
Bei Fragen rund um den Freiwilligendienst beim ASB Berlin sind wir natürlich auch persönlich erreichbar unter 030-21307-121 und fsj@asb-berlin.de .

 

Florian Richter/ Julia Zinßer/ Laura Böttger

ASB Berlin/ J. Zinßer