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01 Aug

Von Beruf Retter - Ein Blick hinter die Kulissen des ASB-Rettungsdienstes Berlin

Um 7 Uhr früh beginnt für die Mitarbeiter/innen der ASB-Rettungsdienst Berlin gGmbH der Arbeitstag. Jetzt heißt es, schnell die Arbeitskleidung anziehen, am PC anmelden, Ausrüstung checken, Funkgerät einschalten und bereit machen für den ersten Einsatz. Der lässt in der Regel nicht lange auf sich warten.

Bis zu 1 500 Rettungsdiensteinsätze werden am Tag in Berlin gefahren. Knapp 140 Rettungswagen sind tagsüber im Einsatz, in der Nacht mehr als 90. Alarmiert werden die Rettungskräfte über die Leitstelle der Berliner Feuerwehr. Die ASB-Rettungsdienst Berlin gGmbH unterstützt die Notfallrettung im Land Berlin mit sechs Rettungstransportwagen RTW und einem Intensivtransportwagen ITW samt Besatzungen.

„Ein Alarm kann alles heißen, vom Verkehrsunfall über einen Anruf aus dem Pflegeheim bis zur Reanimation. Man fängt den Tag an und weiß nicht, was einen erwartet, wo man hinkommt. Das macht den Beruf spannend, interessant und abwechslungsreich. Und es tut gut, jemandem helfen zu können.“, erzählt Ron Krause, ASB-Rettungsassistent auf der Feuerwache Marzahn.

Am Stützpunkt Marzahn dauert eine Schicht acht Stunden, auf anderen ASB-Stützpunkten 12 Stunden, immer von 7 bis 7 Uhr. Die ASB-Fahrzeuge sind überwiegend auf Feuerwachen stationiert, hier teilen Rettungskräfte von Berliner Feuerwehr und ASB ihren Arbeitsalltag. Während der ITW am Sana Klinikum, ein RTW am DRK Klinikum Köpenick und ein weiterer auf dem ASB-Stützpunkt Rummelsburg stationiert ist. Jedes Fahrzeug hat einen bestimmten Ausrückbereich, oft führen die Einsätze jedoch auch in die ganze Stadt.

Im Jahr 2010 gegründet ist die ASB Rettungsdienst Berlin gGmbH noch eine junge Firma. Es gibt viele Möglichkeiten, sich und seine Qualitäten einzubringen. „Wenn man es schlau anstellt, hat man die Chance, hier relativ zügig etwas zu erreichen und z.B. die Wachleitung zu übernehmen oder andere Aufgaben. Und auch als ganz normaler Mitarbeiter kann man Einfluss nehmen auf das Arbeiten hier“, weiß Ron Krause. Als junges Unternehmen hat der ASB-Rettungsdienst Berlin zudem hochwertige Geräte und neue Fahrzeuge im Einsatz.

Philipp Oberdoerster ist leitet den ITW-Stützpunkt in Lichtenberg. Er ist seit der ersten Stunde hauptamtlich beim ASB-Rettungsdienst Berlin. „Angefangen hat es bei mir eigentlich schon in den 80er Jahren. Als kleiner Junge begleitete ich meine Mutter, die Ausbilderin für erste Hilfe war, als Darsteller bei ihren Kursen für 9. Klassen an Berliner Schulen. Da kam ich in Kontakt mit Rettungsdienst und Sanitätsdienst. Dann die ehrenamtliche Arbeit im Wasserrettungsdienst. So entwickelte sich meine Laufbahn immer mehr in den sozialen Bereich. Es folgte eine Krankenpflegeausbildung, dann ging es raus auf die Straße und Menschenleben retten. Es ist einfach eine schöne Aufgabe, zu sehen wie man Menschen, denen es schlecht geht, mit einfachen Mitteln helfen kann und auch die spektakulären Einsätze, wo man richtig arbeiten kann, Technik einsetzen und die kompliziert sind“, beschreibt Oberdoerster seine Motivation. Als Stützpunktleiter kümmert er sich um die gesamte Dienstplanung, Fahrzeug, Material, die gesamte Logistik, Fort- und Ausbildung der Kolleginnen und Kollegen. Denn der Einsatz auf dem ITW unterscheidet sich vom normalen Rettungsdienst. „Wir fahren Intensivpatienten von einer Intensivstation zur anderen und sind mit der gleichen Technik ausgestattet, die auf einer Intensivstation zur Verfügung steht. Angefangen beim Beatmungsgerät, über das Kreislaufmonitoring bis zu Spritzenpumpen, über die dann die Medikamente verabreicht werden können. Manchmal auch Herzunterstützungssysteme. Auch die Aufgaben sind teilweise komplexer. Darin müssen die Kollegen aus- und fortgebildet werden.“
Nicht nur auf dem ITW wird der Beruf des Retters zunehmend komplexer. Der Notfallsanitäter ist das Berufsbild der Zukunft im Rettungsdienst. Anders als der Rettungsassistent darf der Notfallsanitäter offiziell Zugänge legen, Medikamente geben u.v.m. Ab 2022 muss in Berlin jeder Rettungswagen mit mindestens einem Notfallsanitäter besetzt sein.

Stefan Panther ist einer der ersten Notfallsanitäter beim ASB Berlin. Er hat sich zum ersten Ausbildungsgang gemeldet, um mit gutem Beispiel voran zu gehen. Panther ist mit Leib und Seele Retter: „Ich hatte durch meine ehrenamtliche Tätigkeit im Katastrophenschutz immer Bezug zum Rettungsdienst. Es macht mir auch heute noch Spaß, Leuten zu helfen und mit vielen Menschen zusammen zu arbeiten.“ In seiner Freizeit engagiert er sich beim Wünschewagen, der Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen einen letzten Wunsch erfüllt: „Der Wünschewagen ist ein ehrenamtliches Projekt, das ich sehr sehr gut finde. Die Kombination aus beidem Rettungsdienst und Wünschewagen ist eine schöne Sache, weil man im Rettungsdienst aufgrund der stressigen Situation an der Einsatzstelle oft sehr wenig Zeit hat für die Menschen. Das ist beim Wünschewagen anders. Man hat den einen Fahrgast, kann sich rund um den Fahrgast kümmern und es ist egal, ob man nun eine Stunde länger braucht. Der medizinische Hintergrund hilft außerdem mit den Krankheiten der Fahrgäste umzugehen.“ In Berlin muss man mindestens Rettungssanitäter sein oder einen Personenbeförderungsschein haben, um beim Wünschewagen mitmachen zu können.

Der Rettungssanitäter assistiert nach einer vergleichsweise kurzen dreimonatigen Ausbildung dem Rettungsassistenten und Notfallsanitäter. Marc Mitzlaff ist Rettungssanitäter am ASB-Stützpunkt Rummelsburg. Neben seiner Arbeit im Rettungsdienst absolviert er ein Studium zum Fachwirt für Gesundheit und Sozialwesen. „Ich studiere nebenher, um auch andere Funktionen beim ASB wahrnehmen zu können, z.B. die Kombination aus Einsatzdienst und Verwaltung. Im Bereich der Stabstellen, der Abrechnung gibt viele Möglichkeiten.“

Ob Rettungssanitäter/in, Rettungsassistent/in oder Notfallsanitäter/in – der Beruf des Retters ist nicht einfach. Man braucht professionelle Distanz und hilfreiche Kollegen, um mit schwierigen Einsätzen zurecht zu kommen. Der erfahrene Rettungsassistent Ron Krause vom Stützpunkt Marzahn rät interessierten Berufseinsteiger/innen: „Man muss sich klarmachen, dass es ein relativ anstrengender Beruf ist. Schon allein durch den Schichtdienst. Die Anerkennung, die man vielleicht erwartet, ist nicht unbedingt immer vorhanden. Aber es kann sehr befriedigend sein, diesen Beruf auszuführen. Es gibt einem ein gutes Gefühl, Menschen helfen zu können.“

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Das Team vom Rettungsdienst. Foto: ASB Berlin / M. Rohrmann

Ron Krause Rettungsassistent auf der Feuerwache Marzahn. Foto: ASB Berlin / M. Rohrmann

ITW-Stützpunktleiter Philipp Oberdoerster. Foto: ASB Berlin / M. Rohrmann

Notfallsanitäter und Wunscherfüller Stefan Panther. Foto: ASB Berlin / M. Rohrmann

ASB-Stützpunkt auf der Feuerwache Marzahn. Foto: ASB Berlin / M. Rohrmann