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19 Nov

Ehrenamt Aktiv: Roland Retzke aus dem ASB-Regionalverband Berlin-Südost

Roland Retzke engagiert sich in seiner Freizeit für den ASB Regionalverband Berlin-Südost. Von seinem eigentlichen Beruf her ist der 39-Jährige Physiotherapeut. Für den ASB engagiert sich Roland Retzke bereits seit 1993.

Roland, wie bist Du zum ASB gekommen?

Angefangen habe ich bei der Wasserrettung, später habe ich meine Sanitätsdienstausbildung gemacht, also meinen Sanitätshelfer und Sanitätsdienst. Danach kamen noch der Bootsführer und der Ausbilder für Erste Hilfe dazu. Über die Jahre bin ich schließlich zum Einsatzleiter geklettert, betreue in dieser Funktion Konzerte in der Wuhlheide Köpenick oder bin zentraler Einsatzleiter beim Wasserrettungsdienst in der Wendenschlossstraße, Leitstelle 4. Seit 2007 bilde ich als A4-Ausbilder erfolgreich aus. Das alles mache ich ehrenamtlich und es macht mir großen Spaß.

Wie schaffst Du es, Familie, Beruf und ASB unter einen Hut zu bringen?

Meine Frau hat mich kennengelernt, als ich schon beim ASB war. Damals habe ich mich sogar noch stärker ehrenamtlich engagiert. Ich bin heute seit 12 Jahren glücklich verheiratet. Meine Kinder sind mittlerweile neun und elf Jahre. Inzwischen kann ich sie schon auf die Wasserrettungsstation mitnehmen. Sie begleiten mich dann das ein oder andere Mal als Praktikanten. Manchmal teilen sich meine Frau und ich uns die Wochenenden auch auf, mal nehme ich eines der Kinder mit, das andere bleibt zu Hause, am nächsten Wochenende drehen wir es um. Den Kindern macht das sehr viel Spaß. Ich hoffe natürlich, dass sie ein wenig in diese Bereiche mit reinwachsen.

Sozusagen eine aktive Herangehensweise an das Thema Nachwuchsgewinnung?

Wir haben viele Einsatzkräfte, deren Kinder jetzt schon 10, 11 oder älter sind und wir versuchen, sie miteinzubeziehen. Wir produzieren den Nachwuchs quasi selbst (lacht). Sonst ist es heute tatsächlich schwer. Die Ablenkung ist groß und das Interesse an ehrenamtlicher Arbeit nimmt generell ab. Es sei denn, die Kinder verfügen über eine Art Samariter-Gen und möchten wirklich helfen.

Habt Ihr im Bereich der Sanitätsdienste auch Nachwuchsprobleme?

Grundsätzlich ja. Daher arbeiten wir häufig mit Einsatzkräften der anderen drei Berliner Regionalverbänden zusammen.  Es ist schwer, Dienste nur mit unseren eigenen Kräften abzusichern, weil wir gleichzeitig auch die Wasserrettungsstationen betreuen und an den Wochenenden dort im Dienst sind. Schließlich haben wir alle auch noch unsere eigentlichen Berufe und müssen versuchen, dass wir Früh- und Spätschichten für den ASB so einigermaßen unter einen Hut bekommen. Aber es klappt meistens irgendwie und die Familien haben dafür Verständnis.

Was sind deine klassischen Aufgaben, wenn Du Einsatzleiter bei den Konzerten in der Wuhlheide bist?

Das heißt vor allem, dass sämtliche Einsätze bei mir ankommen und ich diese dann schließlich delegiere. Ich muss die Streifen besetzen und den KTW als mobile Hilfsstation. Ich koordiniere die Einsatzkräfte, den Rettungswagen und den Arzt, die Besatzung am Zelt und an der Feststation.

Was sind denn zum Beispiel typische Einsätze auf den Konzerten in der Wuhlheide?

Das können Verstauchungen, Blasen an den Füßen oder Insektenstiche sein -  manchmal natürlich auch Schlimmeres und wir bringen die Patienten ins nächste Krankenhaus. Häufig sind es natürlich alkohol- oder bei Hitze auch kreislaufbedingte Unfälle. Teilweise haben die Besucher nicht ausreichend Wasser getrunken oder zu wenig gegessen. Wenn die Leute zu stark alkoholisiert sind, werden sie allerdings gar nicht erst zu der Veranstaltung zugelassen. Ich habe außerdem über Funk die Möglichkeit, direkt mit der Polizei zu sprechen. Wenn sich Besucher oder Patienten gegen uns Sanitäter richten, bekommen wir schnell Unterstützung. Das ist aber zum Glück die Ausnahme. Ich bin froh, dass in die Wuhlheide nur etwa 17.500 Teilnehmer passen. Wir sind bei diesen Konzerten immer mit circa 25 Einsatzkräften und einem Arzt vertreten.

Kannst du dich noch an ein besonders schönes Erlebnis erinnern?

Ein tolles Konzert war zum Beispiel das mit Robbie Williams. Hierbei konnten wir Sanitäter von oben zusehen, da kaum etwas passiert ist. Er hat von der Bühne aus viel mit den Fans gesprochen, hat das Publikum ständig miteinbezogen. Manche Stars suchen wirklich die Nähe zum Publikum. Ansonsten freuen wir uns natürlich sehr, wenn sich die Leute bei uns bedanken. Grundsätzlich macht es aber einfach großen Spaß und das ist der Hauptgrund, warum wir solche Dienste leisten.  

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin alles Gute!

Bild: ASB Berlin/ P. Dichtl