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Mitschülern helfen

Jedes Jahr verunglücken weit über eine Million Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen. Besonders im Sport und in den Pausen sind Schulunfälle an der Tagesordnung.

Bei einem Unfall gilt es, schnell und zielgerichtet zu reagieren. Diese Rolle können Schülerinnen und Schüler selbst übernehmen, als ausgebildete Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter. Als Schulsanitäter lernen sie Verantwortung zu übernehmen, für andere zu sorgen und ein Bewusstsein für Gefahren zu entwickeln.

Aja (15) gehört zu den ersten acht Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern, die die Arbeiter-Samariter-Jugend Berlin an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli ausgebildet hat. Ihre Entscheidung Schulsanitäterin zu werden, erklärt sie hier: „Ich komme ursprünglich aus Ägypten und bin nun seit 3 ½ Jahren in Deutschland. Durch die Revolution in Ägypten gab es viele Verletzte, das hat in mir den Wunsch geweckt, Menschen in Not zu helfen. Deswegen habe ich mich für den Schulsanitätsdienst entschieden. Außerdem hoffe ich, dass es mir hilft, Medizin zu studieren.“

Ihr neu erlerntes Wissen konnte Aya bereits vor dem Ausbildungsabschluss anwenden. Als in einem Friseursalon ein Mann das Bewusstsein verlor, half sie mit einer Herzdruckmassage bis der Rettungswagen kam.


Interessierte Schulen können sich per E-Mail: asj[at]asb-berlin.de über unseren Schulsanitätsdienst informieren.

Warum ein Schulsanitätsdienst?

Gerangel auf dem Schulhof, Verletzungen beim Sport, Stürze auf der Treppe - in der Schule kommt es immer wieder zu Unfällen. Glücklicherweise gehen die meisten glimpflich aus, aber auch ein aufgeschlagenes Knie oder ein verstauchter Knöchel müssen sachgerecht versorgt werden. Und falls es doch einmal zu einem größeren Vorfall kommt, sollten jederzeit Helfer vor Ort sein, die einen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Maßnahmen einleiten können. Hier haben sich Schulsanitäter schon oft als große Hilfe erwiesen.

 

Wie sinnvoll die Einrichtung eines Schulsanitätsdienstes ist, zeigt auch die Statistik: Jährlich werden weit über eine Million Verletzte und leider auch einige wenige Todesfälle bei Schülerunfällen gemeldet. Die Zahlen schwanken, zeigen aber nach wie vor deutlich, wie wichtig es ist, im Notfall richtig reagieren zu können.

Was ist ein Schulsanitätsdienst?

Für den Schulsanitätsdienst (SSD) lernen Schülerinnen und Schüler in einer professionellen Ausbildung, zum Beispiel durch den ASB, im Notfall schnell und richtig zu helfen. Und das kann nicht nur bei Unfällen in der Schule, sondern auch in der Freizeit und zu Hause sehr nützlich sein.

 

Schüler, die sich im SSD engagieren, sind selbstbewusst, weil sie wissen: Ich kann helfen, wenn es darauf ankommt!

 

Außerdem kommen Schulsanitäter mit Stresssituationen wesentlich besser klar und genießen daher das Vertrauen ihrer Mitschüler. Abgesehen davon machen nicht nur die Ausbildungsstufen Spaß, sondern auch die regelmäßigen Treffen der SSD-Gruppen.

 

Mit einer entsprechenden Weiterbildung können Schüler sogar bei Veranstaltungen wie Konzerten oder Fußballspielen als Sanitätshelfer oder Sanitäter aktiv werden oder auch ein Praktikum im Rettungsdienst machen.

Aufgaben des Schulsanitätsdienstes

Zu den Tätigkeiten der Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter gehören folgende Aufgaben:

  

  • Notfallsituationen erkennen und einschätzen
  • Bei Bedarf lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen und den Rettungsdienst alarmieren
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen und persönliche Betreuung des Verletzten
  • Übergabe des Verletzten an den Rettungsdienst, bzw. den Arzt
  • Dokumentation des Schulsanitätsdienst-Einsatzes
  • Einsatz bei Schulveranstaltungen
  • Bereitschaftsdienste während der Unterrichtszeiten
  • Betreuung des Sanitätsraumes
  • Überprüfung der Erste-Hilfe-Materialien

Welche Vorteile bietet ein Schulsanitätsdienst?

Der Schulsanitätsdienst gewährleistet professionelle Hilfe im Notfall und kann somit Leben retten. Der Einsatz der SSD’ler unterstützt das Lehrer-Kollegium und auch andere Schulmitarbeiter wie Sekretärin oder Hausmeister, wenn es um die Sicherheit in der Schule geht.

Die Mitarbeit im Schulsanitätsdienst stärkt die Verantwortungsbereitschaft und fördert das Selbstbewusstsein, die Persönlichkeitsentwicklung und die soziale Kompetenz der beteiligten Schülerinnen und Schüler.

Außerdem ist er eine sinnvolle Möglichkeit der Freizeitgestaltung, erweitert das Schulangebot und führt junge Menschen an soziale Aufgabenfelder heran. Die Schüler lernen durch ihre aktive Mitarbeit im Schulsanitätsdienst Maßnahmen der Ersten Hilfe, einen verantwortlichen Umgang mit Sachwerten und selbstständiges Denken und Handeln. 

 

So sehen die Schüler am Beispiel des SSD, dass Helfen Spaß macht. Dadurch verbessert sich auch das Klima an der Schule. Die Mitarbeit im Schulsanitätsdienst trägt dazu bei, dass sich die Schüler mit ihrer Schule identifizieren.

Was sollte ich noch wissen?

Rechtliche Grundlagen

Gerade für Eltern ist es wichtig zu wissen, ob es bei einer Mitarbeit ihres Kindes im Schulsanitätsdienst z.B. zu Haftungsansprüchen (zivilrechtlicher oder auch strafrechtlicher Art) ihm bzw. ihnen gegenüber kommen kann.

Grundsätzlich gibt es den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung (§ 323c StGB), wenn man bei einem Notfall nicht die einem selbst bestmögliche Hilfe leistet. Dem gegenüber steht der Schutz des Gesetzgebers für Ersthelfer: Laut Gesetz braucht ein Ersthelfer nach geleisteter Hilfe an einem Notfallort nicht mit Schadenersatzansprüchen des Verletzten zu rechnen, wenn er die ihm bestmögliche Hilfe geleistet oder so sachgerecht gehandelt hat, wie er es in der Ausbildung durch die Hilfsorganisationen gelernt hat oder wie es ihm nach bestem Wissen erforderlich schien. Selbst wenn ihm bei der Hilfeleistung ein Fehler unterlaufen sollte, bleibt er straffrei, da er in jedem Falle sein Möglichstes getan hat, um dem anderen zu helfen.

Außerdem sind Ersthelfer beitragsfrei in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert, die für Personen- und Sachschäden aufkommt, die während der Hilfeleistung passieren können.

 

Dienstplan

Während der Unterrichtszeiten sollten immer mindestens zwei Schulsanitäter Bereitschaftsdienst haben. Die Einrichtung des Schulsanitätsdienstes ist natürlich allen an der Schule bekannt. Die Dienstpläne der SSD’ler werden mit der Schulleitung oder einer SSD-verantwortlichen Lehrkraft abgestimmt und ausgehangen werden. Auf besondere Situationen, wie Prüfungen und Klassenfahrten muss dabei natürlich Rücksicht genommen werden.

Der Bereitschaftsdienst kann entweder stunden-, tage- oder wochenweise organisiert werden. Hinweise zur Regelung des Bereitschaftsdienstes gibt es während des SSD-Lehrgangs.

 

Dokumentation 

Jeder Einsatz muss dokumentiert werden, als Nachweis über die einzelnen Situationen und getroffenen Maßnahmen sowie für die eigene Statistik. Auch von gesetzlicher Seite ist jede Schule verpflichtet, im sogenannten Verbandbuch alle Unfälle und Erkrankungen von Mitarbeitern und Schülern zu dokumentieren. 

Die Originale der Einsatzprotokolle verbleiben in der Schule, Kopien werden beim ASB bzw. der ASJ und dem SSD (in der Schule) hinterlegt und müssen mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden. Dabei ist natürlich der Datenschutz zu beachten.

Schulsanitätsdienstlehrgang (SSDL)

Schulsanitäter werden nach verbindlichen Richtlinien der Ersten Hilfe aus und regelmäßig fortgebildet. Sie müssen in der Lage sein, bei Verletzungen, die im Schulalltag passieren können, Erste Hilfe zu leisten. Sie müssen aber auch ihre Grenzen erkennen können und wissen, wann der Rettungsdienst zu rufen ist. 

Die Ausbildung zum Schulsanitäter beginnt mein einem altersgerechten Erste-Hilfe-Lehrgang ab dem Alter von zwölf Jahren. Ab 14 Jahren kann man dann als Schulsanitäter weiter ausgebildet werden. Voraussetzung hierfür sind die Einverständniserklärung der Eltern und des Lehrers/der Schulleitung, eine ausreichende „jugendliche Reife“ sowie die Einstellung und Bereitschaft, sich den erfahrenen Schulsanitätern unterzuordnen.

Der Schulsanitätsdienstlehrgang umfasst mindestens 30 Unterrichtseinheiten (zu jeweils 45 Minuten) und beinhaltet folgende Schwerpunkte:

 

  • Vertiefung und Festigung des Grundwissens zur Ersten Hilfe,
  • Erweiterung des Wissens im Hinblick auf schulspezifische Anforderungen,
  • Einweisung in das Aufgabengebiet eines Schulsanitäters.

 

Der Lehrgang schließt mit einer Prüfung ab, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Sind mindestens 65 Prozent der Leistungen richtig, erhält der Schüler zum Abschluss ein Zeugnis mit dem Vermerk „mit Erfolg bestanden“ sowie einen Schulsanitätsdienst-Ausweis, die für das laufende Schuljahr gültig ist. Nun steht einem Einsatz als Schulsanitäter nichts mehr im Wege.

Regelmäßige Fortbildungen helfen, das Wissen auf dem aktuellen Stand zu halten und zu erlernen. Und bei Interesse können sich auch spezielle Weiterbildungen anschließen, z.B. eine Sanitätsdienstausbildung.

 


 

Unsere Schulsanitätsdienstausbildungen sind in Modulen aufgebaut, welche in den Schulen unterrichtet werden.

 

  1. Begrüßung, Vorstellung der Ausbilder und Organisatorisches
  2. Psychische Betreuung
  3. Bewusstsein & Störungen des Bewusstseins
  4. Atmung & Atembeschwerden
  5. Herz-Kreislauf-System und dessen mögliche Erkrankungen
  6. Basismaßnahmen zur Wiederbelebung
  7. Wunden
  8. Verbände & Allergien
  9. Bauchschmerzen & Vergiftungen
  10. Thermische Schäden: u.a. Verbrennung, Unterkühlung, Erfrierung
  11. Knochenverletzungen
  12. Rettung & Transport von Personen
  13. Kommunikation & Schweigepflicht
  14. Einsatzgeschehen, Dokumentation & Übergabe, Prävention und Alarmierung
  15. Fallbeispiele 

 

Der Lehrgang schließt mit einem schriftlichen Multiple-Choice-Test, einer praktischen Prüfung im Rahmen eines Fallbeispiels sowie ein Abschlussevent ab.

 

Kontakt

Wenn Sie einen Schulsanitätsdienst an Ihrer Schule einrichten möchten, finden Sie bei uns den richtigen Ansprechpartner.

Sie sind sich nicht sicher, ob an Ihrer Schule die Einrichtung eines Schulsanitätsdienstes möglich ist?

Wir beraten Sie gerne und beantworten Ihre Fragen, suchen nach Lösungswegen und planen gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen. Damit Ihre Schule ein weiteres Stück Sicherheit und Kompetenz hinzugewinnt.

Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf:

Arbeiter-Samariter-Jugend LV Berlin
Schulsanitätsdienst
Rudolfstraße 9
10245 Berlin

E-Mail: asj(at)asb-berlin.de

  • Humboldt-Gymnasium

    Kontakt der Schule

    Humboldt-Gymnasium Berlin-Tegel
    Hatzfeldtallee 2-4, 13509 Berlin
    www.humboldtschule-berlin.de

  • Campus Rütli

    Erster Schulsanitätsdienst an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rüdli gestartet

    In der Mensa der Gemeinschaftsschule auf dem Rütli Campus gab es am 20. Januar 2017 eine Premiere zu feiern. Die ersten acht Schulsanitäter wurden vor versammelter Schülerschaft offiziell in Dienst gestellt. Die Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) Berlin hatte die acht Pioniere seit Mai 2016 in 50 teils außerhalb der Schulzeit stattfindenden Unterrichtsstunden ausgebildet und verlieh Ihnen feierlich die Schulsanitäter/innen-Urkunden zur bestandenen Ausbildung. Es ist gleichzeitig der erste Schulsanitätsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Berlin. 

    Schulleiterin Cordula Heckmann gratulierte den Schülerinnen und Schülern zur bestandenen Ausbildung: „Ich finde es super, wenn unsere Schülerinnen und Schüler etwas lernen, was über die Schule hinausgeht, und sich für die Gesellschaft einsetzen. Wegen unseres 2012 gestarteten gemeinsamen Projekts `Samariter Interkulturell´ zur kultursensiblen Ersten Hilfe wussten wir, dass wir im ASB Berlin einen guten Partner haben.“ 

    Der stellvertretende Landesvorsitzende Detlef Kühn freute sich über den erfolgreichen Start des ersten ASB-Schulsanitätsdienstes in Berlin und lobte die wegweisende Zusammenarbeit an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli: „Im Schulterschluss haben wir gemeinsam ein tolles Projekt auf den Weg gebracht. Ich gratuliere den acht Schulsanitätern herzlich zur bestandenen Prüfung und unserer Ausbilderin Natalie Engel zur erfolgreich gestarteten Schulsanitätsdienstausbildung. Ich freue mich über den großen Zuspruch zu dem Projekt: die sieben nächsten Schülerinnen und Schüler stehen kurz vor der Prüfung zum Schulsanitäter und 35 weitere stehen bereits auf der Warteliste für den nächsten Lehrgang.“ 

    Die Landesjugendvorsitzende Tanja Möller bedankte sich noch einmal ganz herzlich für das große Engagement der Schülerinnen und Schüler, die viele Stunden auch außerhalb der Schulzeit an den Wochenenden in die Ausbildung investiert haben. 

    „Ich fand das Angebot zum Schulsanitäter interessanter als Fußballspielen oder die anderen AG´s. Außerdem fand ich das Arbeiten im Team sehr gut, dadurch habe ich Mitschüler kennen gelernt, die ich vorher nicht kannte“, sagte Rana (16). Und Aya (15) erklärte: „Ich komme ursprünglich aus Ägypten und bin nun seit 3 ½ Jahren in Deutschland. Durch die Revolution in Ägypten gab es viele Verletzte, das hat in mir den Wunsch geweckt, Menschen in Not zu helfen. Deswegen habe ich mich für den Schulsanitätsdienst entschieden. Außerdem hoffe ich, dass es mir hilft, Medizin zu studieren.“ Ihr neu erlerntes Wissen wendete Aya bereits vor dem Ausbildungsabschluss an. Als in einem Friseur Salon ein Mann das Bewusstsein verlor, half sie mit einer Herzdruckmassage bis der Rettungswagen kam. 

    Gut zu wissen, dass auf dem Campus Rütli mit den neuen Schulsanitätern ab sofort Hilfe zur Stelle ist, wenn Sie gebraucht wird.

    (veröffentlicht am: 23. Januar 2017)


    Kontakt der Schule

    Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli
    Rütlistraße 1, 12045 Berlin
    www.campusruetli.de