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Veranstaltungspublikum
Wünschewagen ASB Berlin

Michaels Reise zurück nach Hause

„Als ich die Diagnose Krebs bekommen habe, habe ich es einfach angenommen. Wissen Sie, ich bin da eher ein rationaler Typ.“

So begann Michael bei unserem Besuch im Hospiz zu erzählen – und dann brach es aus ihm heraus: Seinen Heimatort Gräfenhainichen hatte er seit 25 Jahren nicht mehr besucht. Doch er erinnerte sich an unzählige Details: sein Geburtshaus, seine Schule, die Geschichte der Stadt und die wunderschöne Landschaft, die diesen Ort umgibt.

All das noch einmal zu sehen und Abschied zu nehmen – das war sein Herzenswunsch. Ganz besonders wichtig war ihm ein Besuch am Grab seiner Schwester. Dort wollte er Blumen niederlegen und ihr die letzte Ehre erweisen.

Den weiten Weg allein zu bewältigen? Undenkbar.

Wenige Tage nach unserem Besuch rollten zwei ehrenamtliche Wunscherfüller mit dem Berliner Wünschewagen auf den Parkplatz des Hospizes, um Michael und seine Begleitperson abzuholen.

Schnell entstand eine vertraute Atmosphäre – die „Berliner Art“ half dabei sehr.

Schon während der Fahrt erzählte Michael aus seinem Leben, und auch vor Ort ließ er seinen Erinnerungen freien Lauf. Plötzlich war es ihm möglich, seine Lieblingsorte wieder weitgehend zu Fuß zu erkunden. Bei unserem Besuch im Hospiz war das noch kaum vorstellbar: Die Stimme machte ihm aufgrund der Krebserkrankung zu schaffen, und stehen konnte er nur kurz. Doch hier, an seinem Ort, fand er neue Kraft, genoss spürbar jeden Moment und sog alles in sich auf.

Am Friedhof leisteten unsere Wunscherfüller echte Detektivarbeit – und fanden schließlich das Grab von Michaels Schwester. Für alle ein zutiefst berührender Moment und ein mehr als besonderer Wunschtag.

Wir danken unseren ehrenamtlichen Wunscherfüllern Jörg, Mario und Ronny für die liebevolle Begleitung von Michael.