Karte, Kompass & GPS – Internationale Fortbildung stärkt die Rettungshundearbeit
Wie findet sich ein Rettungshundeteam in einem unbekannten Waldgebiet zurecht? Wie werden bereits abgesuchte Flächen dokumentiert? Und wie lässt sich moderne Technik sinnvoll in die Rettungshundearbeit integrieren? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Mitglieder der 1. Rettungshundestaffel des ASB Berlin und des Samariterbund Burgenland aus Österreich bei einer besonderen Fortbildung auf dem Trainingsgelände in Berlin-Marienfelde.

Orientierung im Einsatz per GPS
Foto: ASB/ZollerEine internationale Kooperation mit dem Samariterbund Burgenland aus Österreich ermöglichte eine besondere Weiterbildung in Berlin: Acht Rettungshundeführerinnen und Rettungshundeführer reisten dafür nach Berlin und gestalteten gemeinsam mit den Berliner Ehrenamtlichen ein intensives Ausbildungswochenende rund um die Themen Kartenkunde, Kompass und GPS-Navigation. Insgesamt nahmen über 20 Einsatzkräfte an der Fortbildung teil.
„Eine erfolgreiche Suche beginnt lange bevor der Hund seine Arbeit aufnimmt. Wer Suchgebiete sicher planen, dokumentieren und koordinieren kann, schafft die Grundlage für einen erfolgreichen Einsatz“, erläuterte Claudia, Referentin des Samariterbundes Burgenland, zu Beginn der Weiterbildung.
Gerade bei großflächigen Vermisstensuchen spielt die Orientierung im Gelände eine entscheidende Rolle. Deshalb standen neben theoretischen Grundlagen auch zahlreiche praktische Übungen auf dem Programm. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich mit dem Lesen topografischer Karten, dem Einsatz von GPS-Geräten sowie der Planung und Dokumentation von Suchgebieten.
Besonderes Interesse weckte die moderne GPS-Technik. In praktischen Übungen kamen GPS-Tracker zum Einsatz, die direkt an den Rettungshunden befestigt werden können. Dadurch lassen sich die Laufwege der Hunde während einer Suche exakt nachvollziehen und dokumentieren. Für die Hundeführerinnen und Hundeführer bietet diese Technik wertvolle Unterstützung bei der Koordination von großflächigen Suchgebieten und bei der anschließenden Auswertung eines Einsatzes.
Schnell wurde deutlich, dass moderne Technik und klassische Orientierungsmethoden keine Gegensätze sind. Vielmehr ergänzen sich Karte, Kompass und GPS gegenseitig und ermöglichen den Einsatzkräften auch unter schwierigen Bedingungen eine sichere Navigation.
Ein weiterer Höhepunkt der Fortbildung war der Erfahrungsbericht einer Rettungshundeführerin des Samariterbundes Burgenland über ihren Einsatz nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien im Jahr 2023. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten dabei einen eindrucksvollen Einblick in die Herausforderungen internationaler Katastropheneinsätze. Neben der eigentlichen Sucharbeit wurde deutlich, welche zentrale Rolle Orientierung, Lageerkundung und eine präzise Einsatzdokumentation bei großflächigen Schadenslagen spielen.
Die gemeinsame Weiterbildung zeigte einmal mehr, welchen Wert der Austausch zwischen Rettungshundestaffeln über Ländergrenzen hinweg hat. Unterschiedliche Erfahrungen, neue technische Möglichkeiten und bewährte Einsatzkonzepte bereichern die Ausbildung aller Beteiligten und tragen dazu bei, die Einsatzbereitschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die 1. Rettungshundestaffel des ASB Berlin bedankt sich herzlich beim Samariterbund Burgenland für die gelungene Zusammenarbeit und den wertvollen fachlichen Austausch. Ob bei der Suche nach Vermissten in Berlin oder bei internationalen Katastropheneinsätzen: Gute Vorbereitung, fundierte Ausbildung und starke Partnerschaften können entscheidend sein, wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen.
Steffen Zoller
