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Veranstaltungspublikum
Gastbeitrag aus dem Samariterbund Österreich

„Voneinander lernen!“: Als „Sani“ in Berlin im Einsatz

Zwölf Stunden lang war Daniel Unger, Leiter der Samariterbund-Stabsstelle Rettung und Krankentransport, anlässlich eines Besuchs in der deutschen Hauptstadt mit einem Team des ASB Berlin im Rettungswagen unterwegs.

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Erfahrungen austauschen, Netzwerke knüpfen, Wissenstransfer forcieren: Der Blick über die Grenzen hinweg kommt beiden Seiten – den Samariter:innen in Wien und Berlin – gleichermaßen zugute. Eine Schicht lang war Daniel Unger, Leiter der Stabsstelle Rettungs- und Krankentransport beim Samariterbund Österreich und erfahrener Notfallsanitäter, als Dritter im Bunde mit den Kolleginnen und Kollegen des Arbeiter-Samariter-Bundes Berlin-Lichtenberg im Einsatz.

Den Hospitationsdienst, der einem Praktikum gleichzusetzen ist, leistete Daniel Unger im Rahmen eines Kurzbesuches in der Spreemetropole, wo er an einem Kongress für Telemedizin teilnahm. „Während unserer Schicht haben wir insgesamt zehn Einsätze absolviert, mit der ganzen Bandbreite an medizinischen Indikationen – vom Schlaganfall bei einem älteren Mann, über einen Sturz bis hin zu einer Unterschenkelfraktur bei einem Jugendlichen“, erinnert sich Daniel Unger zurück.
Drei der zehn Patient:innen konnten zu Hause versorgt werden bzw. wurden an andere geeignetere Behandlungsstellen verwiesen, die übrigen wurden ins Krankenhaus gebracht. „Das ist ein interessanter Unterschied zwischen Deutschland und Österreich, dass aufgrund der deutlich längeren Ausbildung der deutschen Notfallsanitäter:innen und der rechtlichen Rahmenbedingungen solche Entscheidungen weit einfacher von den Notfallsanitäter:innen gemeinsam mit den Patient:innen getroffen werden können. Gemäß der derzeitigen Situation in Österreich hätten wahrscheinlich alle Betroffenen hospitalisiert werden müssen“, erklärt Daniel Unger. Dazu muss man wissen, dass in Deutschland Notfallsanitäter:innen eine dreijährige Ausbildung absolvieren und daher auch mit weitreichenderen Kompetenzen ausgestattet sind.

Bewährtes als Best-Practice-Beispiel
Die Digitalisierung im Rettungsdienst ist in Berlin schon sehr weit vorangeschritten, schildert Daniel Unger: „Sämtliche Daten zu den Patient:innen selbst, aber auch diagnostische Auswertungen wie ein EKG werden dem medizinischen Personal im Spital schon vor dem Eintreffen vom Tablet aus vermittelt. Wenn wir im Krankenhaus ankommen, sind die Behandler:innen schon umfassend informiert und können sofort mit der Therapie beginnen“, so der Profi. 

Die in Berlin gesammelten Erfahrungen sind aber nicht nur für Daniel Unger selbst von großem Wert, sondern fließen auch in die Grundlagenarbeit unserer Organisation ein und kommen letztendlich unserer Gesamtexpertise zugute. Als wirklich toll beschreibt der versierte Notfallsanitäter den Teamgeist innerhalb des Stützpunktes, in dem der ASB Berlin und der Rettungsdienst gemeinsam mit der Feuerwehr untergebracht sind.
„Ich finde es großartig, dass man voneinander lernen kann. Die bewährtesten Methoden könnten als Best-Practice-Beispiel verankert werden“, fasst unser Experte seine Eindrücke zusammen. An einem weiteren Erfahrungsaustausch, eventuell mit Kolleginnen und Kollegen in der Schweiz, hätte Daniel Unger durchaus Interesse: „Vielleicht ergibt sich ja bald einmal die Gelegenheit dazu!“ Bis dahin stellt er sein Fachwissen unseren Teams im Rettungs- und Krankentransport uneingeschränkt zur Verfügung.


Anja Schmidt